Bundesgericht, Entscheid vom 1. Februar 2019 - 5A_1013/2018

Art. 301a Abs. 1 lit. a und Abs. 5 ZGB: Voraussetzungen Abweichung von Gutachten und Beachtung konstant geäusserten Kindeswillen bei Bestimmung des Aufenthaltsortes.

Auch das gerichtliche Gutachten unterliegt der freien Beweiswürdigung nach Art. 157 ZPO; indes muss das Sachgericht triftige Gründe nennen, wenn es vom Gutachten bzw. von den gutachterlichen Schlussfolgerungen abweicht. Indes genügt es nicht den Inhalt des Gutachtens wiederzugeben, dieses aber gewissermassen im Raum stehenzulassen und sich insbesondere nicht zu den Voraussetzungen für ein Abweichen bzw. höchstens implizit dazu zu äussern, indem das Wegzugsverbot vage mit einer Veränderung der Lebensverhältnisse des Kindes begründet wird. Unter anderem ist – bei einem im Zeitpunkt des angefochtenen Urteils rund 11½- und heute fast 12-jährigen Jungen – dem konstant geäusserten Kindeswillen eine relativ grosse Beachtung zu schenken.

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