From the magazine FamPra.ch 2/2019 | p. 402-429 The following page is 402

Verwahrung statt fürsorgerische Unterbringung für ehemals jugendliche Straftäter?

Gesetzgeberische Ausgangslage, Möglichkeiten und Kritik

Stichwörter:
Fürsorgerische Unterbringung, Jugendstrafrecht, Verwahrung, Kriminalprognose.
Mots-clés :
Placement à des fins d’assistance, droit pénal des mineurs, internement, pronostic de la criminalité.

I. Einleitung

Erwachsene Straftäter können über die Zeit der Bestrafung hinaus im Rahmen einer Verwahrung (Art. 64 StGB) oder einer stationären Massnahme (Art. 59 StGB) zeitlich unbeschränkt gesichert und allenfalls therapiert werden. Demgegenüber enden sämtliche jugendstrafrechtliche Massnahmen laut Jugendstrafgesetzbuch spätestens mit dem 25. Altersjahr (Art. 19 Abs. 2 JStG). Die zeitliche Obergrenze erklärt sich aufgrund der ratio des Schweizerischen Jugendstrafrechts. Dieses ist auf «Schutz und Erziehung» des Jugendlichen ausgerichtet, die im Erwachsenenalter notgedrungen irgendwann zu enden haben (vgl. Art. 2 Abs. 1 JStG). Was aber tun, wenn befürchtet wird, der ehemals jugendliche Straftäter, der nunmehr als junger Erwachsener kurz vor seiner Entlassung steht, würde…

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