From the magazine FamPra.ch 4/2016 | S. 957-970 The following page is 957

Kopernikanische Wende oder Schrecken ohne Ende?

Das neue Kinder- und Erwachsenenschutzrecht aus historischer Perspektive1

Stichwörter:
Kinder- und Erwachsenenschutz, Vormundschaft, KESB, Geschichte.
Mots clefs:
Protection de l’enfant et de l’adulte, tutelle, APEA, histoire.

Seit ihrer Einführung 2013 sehen sich die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) massiver Kritik ausgesetzt. Zu hoch seien die Kosten, zu bürokratisch die Entscheide, zu gross die Distanz zu den Menschen, wird moniert.2 Gross war das mediale Echo insbesondere nach dem aufwühlenden «Fall Flaach», als eine Mutter, der die elterliche Obhut entzogen worden war, ihre beiden Kinder während eines Urlaubs zu Hause umbrachte und sich später im Gefängnis selber das Leben nahm. Darauf hin formierte sich grosser Widerstand gegen die zuständige KESB, der zumindest eine Mitschuld am äusserst tragischen Verlauf dieser Geschichte vorgeworfen wurde. Nicht nur in diesem Zusammenhang wurden gar Forderungen laut nach einer Rückkehr zum alten System, das auf lokalen und meist milizartig organisierten Gremien fusste.3 «Die KESB ist…

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