From the magazine FamPra.ch 3/2011 | S. 651-664 The following page is 651

Die Praxis der Kindesanhörung in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Frage einer Be- oder Entlastung der Kinder

Ergebnisse einer rechtstatsächlichen Untersuchung1

Stichwörter:
Familiengericht, Kindesanhörung, Alter des Kindes, Belastung.
Mots clefs :
Tribunal des affaires familiales, audition de l’enfant, âge de l’enfant, impact.

I. Grundlagen

In der am 2. September 1990 in Kraft getretenen UN-Kinderrechtskonvention (Übereinkommen über die Rechte des Kindes) sichern die Vertragsstaaten in Absatz 1 von Artikel 12, der der «Berücksichtigung des Kindeswillens» gewidmet ist, «dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äussern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife». In Absatz 2 wird konkret gefordert, dem Kind Gelegenheit zu geben, «in allen das Kind berührenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden». Deutschland hat diese Konvention…

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