From the magazine FamPra.ch 4/2017 | S. 999-1020 The following page is 999

Versagegründe bei internationalen Kindesentführungen: ein kritischer Blick auf die Praxis des Bundesgerichts

Stichwörter:
Einlebung, internationale Kindesentführung, Kindesanhörung, Kindeswille, Kindeswohl, unzumutbare Lage, Widersetzen.
Mots clefs:
Intégration, enlèvement international d’enfants, audition de l’enfant, volonté de l’enfant, bien-être de l’enfant, situation intolérable, opposition au retour.

I. Einleitung

Mit der zunehmenden geografischen und gesellschaftlichen Mobilität und der wachsenden Zahl binationaler Partnerschaften und Ehen1 nehmen auch die Fälle widerrechtlich in einen anderen Staat verbrachter Kinder zu. Das Haager Kindesentführungsübereinkommen (HKÜ), das Europäische Kindesschutzübereinkommen (HKsÜ) und das Europäische Sorgerechtsübereinkommen (ESÜ) sowie das Bundesgesetz über internationale Kindesentführung und die Haager Übereinkommen zum Schutz von Kindern und Erwachsenen (BG-KKE) regeln die Rückführung von Kindern in ihren Ursprungsstaat. Verschiedene Bestimmungen sehen vor, dass eine Rückführung versagt werden kann, wenn ein Kind sich eingelebt hat,…

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