From the magazine FamPra.ch 4/2018 | S. 959-978 The following page is 959

Kein gemeinsamer Name mehr?

Auswirkungen des Schweizer Namensrechts auf die Namenswahl heute heiratender Paare

Stichwörter:
Schweizer Namensrecht, Gleichstellung, Ehe, eingetragene Partnerschaft, Doppelname, empirische Studie.
Mots clefs :
Droit suisse du nom, égalité de traitement, mariage, partenariat enregistré, double nom, étude empirique.

I. Einleitung: Der lange Weg zur Gleichstellung der Geschlechter im Namensrecht

Im Unterschied zum Vornamen drückt der Name die Zugehörigkeit zu anderen Personen aus und wird mit diesen geteilt: Bei der Geburt von einem Elternteil verliehen, begleitet er das Kind im Prozess der Identitätsbildung und «gehört» deshalb, wie eine Ehefrau im Interview sagt, «irgendwie zu mir» (H13_B).1 Wird der Name bei der Heirat verliehen, symbolisiert er die Zusammengehörigkeit des Paares. Damit eine Person den Namen bei der Heirat weitergeben kann, muss die andere Person diesen Namen anstelle des eigenen Namens annehmen. Die Vorstellung, dass ein durch einseitige Weitergabe und Annahme gebildeter, einheitlicher Name für Ehepaare «aus Ordnungs- und…

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