From the magazine FamPra.ch 4/2019 | S. 1100-1120 The following page is 1100

Alternierende Obhut auf einseitigen Antrag

Wie wird Art. 298 Abs. 2ter ZGB in der Praxis umgesetzt?

Stichwörter:
Alternierende Obhut, einseitiger Antrag, Kriterien für Zuteilung, Kindeswohl und Kindeswille, Gerichtspraxis.
Mots-clés :
Garde alternée, demande unilatérale, critères pour l’attribution, bien de l’enfant et volonté de l’enfant, pratique judiciaire.

I. Einleitung

Seit dem 1. Januar 2017 ist die neue Bestimmung von Art. 298 Abs. 2ter ZGB in Kraft. Das Gericht muss neu bei gemeinsamer elterlicher Sorge die Möglichkeiten einer alternierenden Obhut prüfen, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlangt. Anders als im früheren Recht ist das Einverständnis der Eltern für die alternierende Obhut kein zwingendes Erfordernis mehr. Was bezweckt diese neue Bestimmung und wie wurde sie in der Praxis bisher umgesetzt?

Für diese Untersuchung wurden einerseits die öffentlich zugänglichen Entscheiddatenbanken durchsucht und andererseits sämtliche erst- und zweitinstanzlichen Gerichte der Schweiz angeschrieben. Die Gerichte wurden gebeten, ihre Urteile über die strittig…

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