From the magazine FamPra.ch 3/2007 | S. 497-525 The following page is 497

Nachehelicher Unterhalt – Verwandtenunterstützung – Sozialhilfe

Wenn das Familieneinkommen nach Trennung oder Scheidung nicht für zwei Haushalte ausreicht: Rechtsprechung und Änderungsbedarf bei Mankofällen1

Stichwörter:
Mankofälle, Unterhaltsbemessung (Art. 125 ZGB), Sozialhilfe, Verwandtenunterstützung, Schuldenverteilung, Rückerstattungspflichten und deren Begrenzung durch Grundrechte, Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes.
Mots clefs:
Cas de déficit, calcul de l’entretien (art. 125 CC), aide sociale, entretien des proches, répartition des dettes, obligation de rembourser et limitation par des droits fondamentaux, discrimination en fonction du sexe.

I. Einleitung

Geschiedene Frauen sind weit überproportional von Armut betroffen: Nur 5,3% aller geschiedenen Männer leben unterhalb der Armutsgrenze, während bei den geschiedenen Frauen diese Quote fast das Doppelte beträgt, nämlich 10,3%.2 Bei Trennung/Scheidung reicht häufig das Familieneinkommen nicht für die Deckung der Bedürfnisse zweier Haushalte aus (sogenannte Mankofälle). Die Rechtsprechung bürdet dann das gesamte Defizit der Familie einseitig der unterhaltsberechtigten Partei auf. Dies sind angesichts der in unserer…

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