Bundesgericht, Entscheid vom 10. Januar 2018 - 5A_541/2017

Art. 256 ff., 256c Abs. 3 ZGB: Voraussetzungen für die Anfechtung der Vaterschaftsvermutung.

Die Vaterschaftsvermutung kann vom Ehemann innert der Verwirkungsfrist von fünf Jahren seit der Geburt des Kindes angefochten werden. Eine Anfechtungsklage ist auch nach Ablauf der Verwirkungsfrist ausnahmsweise zulässig, wenn die Verspätung mit wichtigen Gründen entschuldigt werden kann. Für die Annahme eines wichtigen Grundes bzw. für die verspätete Anfechtung der Vaterschaft genügt es, dass der Ehemann und rechtliche Vater bisher nicht an seiner biologischen Vaterschaft zweifelte. Kommen dem Ehemann nachträglich Zweifel, hat er umgehend zu reagieren. Gemeint ist damit, dass er die Klage unter Vorbehalt besonderer Umstände (wie Krankheit, Ferien etc.) innert Monatsfrist einreichen muss.

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