Bundesgericht, Entscheid vom 7. März 2018 - 5A_1008/2017

Art. 125 Abs. 2 ZGB: Dauer des nachehelichen Unterhalts.

Nach einer lebensprägenden Ehe ist der Gesundheitszustand des unterhaltsberechtigten Ehegatten bei der Festlegung der Dauer des Unterhaltsanspruchs auch dann mitzuberücksichtigen, wenn die gesundheitlichen Beeinträchtigungen nicht ehebedingt sind. Gestützt auf den Grundsatz der nachehelichen Solidarität sind Ehegatten gegenseitig unterstützungspflichtig, wenn ein Ehegatte infolge der gewählten Aufgabenteilung während der Ehe oder aus anderen Gründen nach der Scheidung finanziell nicht mehr unabhängig werden kann. Weder die 10/16-Regel noch die Dauer der Ehe stellen eine Maximaldauer des nachehelichen Unterhaltsanspruchs nach einer lebensprägenden Ehe dar.

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