Bundesgericht, Entscheid vom 2. Februar 2018 - 5A_182/2017

Art. 200 Abs. 3, 209 Abs. 1 und 3 ZGB: Güterrechtliche Zuordnung von Vermögenswerten.

Für die güterrechtlichen Zuordnung eines Vermögenswertes gilt Art. 200 Abs. 3 ZGB. Davon zu unterscheiden ist die tatsächliche (oder natürliche) Vermutung wonach die Ehegatten zur Deckung der laufenden Bedürfnisse der ehelichen Gütergemeinschaft nicht die Substanz ihres Eigenguts angreifen das ihnen im Zeitpunkt der Eheschliessung schon gehörte oder später durch Erbschaft oder sonst wie unentgeltlich zugefallen ist. Besagte Vermutung ist nur auf den Streit um eine güterrechtliche Ersatzforderung zugeschnitten. Sie bedeutet eine Beweiserleichterung im Streit darüber ob ein bestimmter Vermögensgegenstand, der als Eigengut zu qualifizieren ist, (oder an dem eine Ersatzforderung des Eigenguts besteht), zu einem bestimmten Zeitpunkt (noch) unangetastet war. Die Vermutung soll jedoch nicht einem Ehegatten den Nachweis erleichtern, dass hinsichtlich eines bestimmten Vermögenswertes die Voraussetzungen…

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